Pfötchenhilfe ohne Grenzen e.V.
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FIP - Bauchwassersucht

FIP ist die Abkürzung für Feline Infektiöse Peritonitis. Es handelt sich hierbei um eine Bauchfellentzündung, die durch den Coronavirus (FCoV) ausgelöst wird. Dieser Virus ist ein harmloser Darmvirus, den 80 % der gesamten Katzenpopulation beherbergen. Bei etwa 4 bis 5 % dieser Katzen  mutiert dieser harmlose Darmvirus FCoV und wird von den körpereigenen Abwehrzellen (Makrophagen) gefressen. Dort bilden sie zunächst Antikörper, die bei allen anderen Erkranungen zur Tötung des Virus verantwortlich sind (Fresszellen). Bei der FIP jedoch ballen sich die Antikörper zu Eiweißen zusammen und bilden Immunkomplexe. Daraus resultieren dann Entzündungen der Blutgefäße, es tritt Flüssigkeit in die Bauch- und Brusthöhle und in den Herzbeutel aus. Somit ist die feuchte Form der FIP entstanden. Seltener entstehen nur örtliche Entzündungen mit Knötchenbildung, dies ist die trockene Form der FIP.

Die FIP tritt am häufigsten bei jungen Katzen unter einem Jahr auf, seltener sind auch ältere Katzen betroffen. Die feuchte Form der FIP ist häufiger anzutreffen als die trockene Form.

Die FIP selber ist nicht ansteckend, sondern lediglich der nicht mutierte Coronavirus (FCoV). Dieser löst vorübergehend harmlosen Durchfall und Appetitlosigkeit aus. Über den Kot und die Nase können sich die Katzen mit dem Coronavirus anstecken. Der Virus bleibt in seiner Umgebung mehrere Wochen aktiv. Bei 96 % aller Katzen mit dem Coronavirus bricht die FIP nie aus.

Ansteckend ist lediglich die hochinfektiöse Flüssigkeit im Bauchraum der Katze. Diese müsste in den Körper einer anderen Katze gelangen, um diese mit dem mutierten Virus und somit mit der FIP anzustecken.

Symptome

Die Krankheit verläuft in zwei Stadien.
Stadium 1 ist gekennzeichnet von Fieber,  Appetitmangel und leichtem Atembeschwerden.
In Stadium 2 unterscheidet man zwischen der häufiger vorkommenden feuchten Form und der eher seltenen trockenen Form von FIP. Die feuchte Form äußert  sich durch Abmagerung am Körper und Flüssigkeitsansammlungen im Bauch, manchmal auch in der Brusthöhle und im Herzbeutel. Bei der trockenen Form von FIP kommt es zu Entzündungen der Leber, Niere und Milz mit Fieber und Atembeschwerden. Hier fehlen aber die typischen Flüssigkeitsansammlungen im Bauch.

Die sichere Diagnose einer FIP ist jedoch sehr schwer. Ein Verdacht besteht, wenn eine Katze über einen längeren Zeitraum

  • chronisch krank ist,
  • apathisch wirkt,
  • an Gewicht verliert,
  • behandlungsresistentes hohes Fieber hat,
  • Antibiotika keine Wirkung zeigen,
  • Organveränderungen vorliegen und /oder
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauch- und Brustraum

vorhanden sind. Aber Vorsicht mit einer “schnellen Diagnose”, denn nur ca 50 % aller Katzen, die Flüssigkeitsansammlungen im Bauch haben, haben auch wirklich eine FIP. Es gibt eine Reihe anderer Erkrankungen, die ebenfalls mit Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum einhergehen!

Der einzig sichere Nachweis ist der Immunfluoreszenztest, dieser wird meist am Punktat durchgeführt. Auch bei einer Biopsie ist dieser Test möglich. Ein Bluttest auf FIP ist nicht möglich, denn bei dem Bluttest werden lediglich die Antikörper auf das FCoV-Virus angezeigt, nicht jedoch die Mutation, die zur FIP-Erkrankung führt. Auch das sogenannte mit dem Bluttest festgestellte FIP-Parometer ist kein Beweis für eine FIP oder eine FIP-Gefährdung. Ein niedriger Titer ist genauso wenig ein Garant für keine FIP-Gefährdung, wie ein hoher Titel keinesfalls das FIP-Todesurteil für eine Katze darstellt. 

Behandlung und Vorbeugung

Ab und an hört man immer mal wieder von sogenannten “Spontanheilungen” einer FIP. Es ist anzunehmen, dass es sich bei diesen Fällen eben nicht um die FIP gehandelt hat, sondern um eine andere Erkrankung mit  den FIP-Symptomen ähnlichen Krankheitsverlauf. Denn die FIP ist immer tödlich. So lange die Katze jedoch noch nicht leidet, werden vom Tierarzt sicher lindernde Maßnahmen ergriffen. Letztlich muss man die Katze, um ihr Qualen zu ersparen, mit fortschreitender Krankheit erlösen.

Eine Vorbeugung gegen FIP ist leider nur bedingt möglich. Noch ist wissenschaftlich nicht erwiesen, was zur Mutation des harmlosen FCoV-Virus führt. Es wird angenommen, dass Stress eine bedeutende Rolle spielt. Deshalb sollten vor allem Jungtieren möglichst wenig Stress ausgesetzt werden. Stress ist bei Katzen all das, was von ihrem geregelten Tagesablauf abweicht, also

  • Besitzerwechsel
  • Tierarztbesuche
  • Impfungen
  • Kastration oder Operationen im Allgemeinen
  • ein neues vierbeiniges Familienmitglied
  • viel Besuch unmittelbar nach dem Besitzerwechsel
  • etc.

Deshalb gilt: Geht mit eurer neu erworbenen Katze um wie mit einem Rohdiamant! Die Trennung von Mama und Geschwistern muss das kleine Katzenkind erst einmal verdauen! Es leidet und hat Sehnsucht und muss sich erst einmal an sein neues Leben, die neue Umgebung, die neuen Menschen gewöhnen. Ladet euch nicht gleich Besucher ein, die vor Entzücken über das neue Familienmitglied “herfallen”, es bekuscheln und bespielen wollen. Schleppt euer neues Kätzchen auch nicht gleich zum Tierarzt, um es “einfach mal so” vorzustellen. Von uns erhaltet ihr eurer Kätzchen komplett geimpft, ein Tierarztbesuch ist deshalb NUR bei Krankheit nötig, und nur dann! Auch eine Kastration sollte nur in entspannten Zeiten durchgeführt werden. Also bitte nicht impfen lassen und dann drei Wochen später ab zur Kastration, auch das kann als Auslöser reichen.

Schafft also eine Atmosphäre des Wohlfühlens und der Entspannung rund um euer Katzenkind und hört auf seine Signale. Eine Katze zeigt sehr genau an, ob und wann es ihr gut geht. Und nehmt Impfungen, Operationen und andere unumgängliche Dinge eines nach dem anderen her, und nicht alles während eures Jahresurlaubes, weil da für euch Menschen eben genügend Zeit da ist.

 

Eine Impfung gegen FIP gibt es nicht. Es gibt jedoch eine Nasenträufelung gegen FCoV. Der Nutzen dieser “Impfung” ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt und bleibt umstritten.

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